Interior: #DIY – Esstisch mit Hairpin legs

*enthält Werbung, da Verlinkung auf Händlerseite
Seit Felix vor knapp sechs Monaten zu mir gezogen ist, hat sich in der Wohnung einiges getan. Natürlich braucht man zu zweit mehr Platz. Jeder hat seine eigenen Vorstellungen von Möbeln, Farben und Strukturen, weshalb mir wichtig war, dass aus meinem Nest unser Nest wird. Das haben wir bisher schon ganz gut umgesetzt. Die Küche bekam “neue” Fronten, das Wohnzimmer einen neuen Anstrich und auch die Möbel sind quer durch die Wohnung gewandert. Ein paar Möbel mussten natürlich auch weichen. So auch mein dunkler, runder Esstisch. Wir waren uns relativ schnell einig, dass ein größerer, rechteckiger Tisch her muss, vor allem, weil wir oft Freunde zum gemeinsamen Kochen da haben und ein runder Tisch dahingehend einfach unpraktisch ist. Doch Möbel von IKEA und Co. waren gestern. Wir haben uns dafür entschieden, unseren neuen Esstisch mit Hairping legs lieber selbst zu bauen. Wir sind mit dem Endergebnis so zufrieden, dass wir es gerne mit euch teilen möchte.

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Schritt-für-Schritt Anleitung für deinen Esstisch mit Hairpin legs:

Wir haben uns zunächst eine Skizze gemacht und uns online einen Überblick über die benötigten Materialien verschafft. Die Hairpin legs haben wir via eBay bestellt, Schalbretter, Schrauben etc. haben wir uns vor Ort im Baumarkt zusammengesucht und die Bretter auf die richtige Länge zurechtschneiden lassen. Bei den Schalbrettern haben wir uns bewusst für die entschieden, die bereits abgeschlagene Kanten, große Astlöcher oder Einkerbungen hatten, um dem Tisch etwas Rustikales zu verleihen. Und so haben wir gearbeitet:

 

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Schritt 1) Beize herstellen

Dauer: in etwa 4 Tage

Die Beize selbst herzustellen ist kein großes Hexenwerk. Wir haben dazu zwei Flaschen Essigessenz aus dem Supermarkt in ein Einmachglas gefüllt und so viel Stahlwolle dazu gegeben, dass diese zumindest noch von der Flüssigkeit bedeckt war. Am Anfang sah das ganze etwas bläulich aus, wurde dann aber mit der Zeit dunkler. Das richtet sich auch nach der Zeit. Ansetzen sollte man bei mind. 2 Tagen, wir haben das ganze 4 Tage stehen lassen.

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Schritt 2) Bretter abschleifen & abbürsten/abwischen

Ich habe für die Schleifarbeiten eine Schleifmaschine genutzt. Wer diese nicht zuhause hat kann sie sich entweder im Baumarkt ausleihen oder auf einen Schleifklotz ausweichen. Zu Beginn haben wir das Holz mit gröberen Schleifpapier (z.B. 80er Körnung) bearbeitet, um unter anderem Spreißel zu entfernen.

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Im Anschluss wurde mit einem feinen Papier (z.B. 120er Körnung) die Fläche nochmal nachgearbeitet. Auf Grund fehlender Steckdosen im Hinterhof haben wir die Bretter auf unsrem kleinen Balkon abgeschliffen, weshalb wir den Staub so oder so in der Wohnung hatten. Um euch unnötige Putzarbeiten zu ersparen solltet ihr die Bretter also gut abbürsten und ggf. nochmals mit einem feuchten (!) Lappen abwischen. Das ist vor allem auch hinsichtlich des Einlassens später wichtig.

Schritt 3) Schalbretter verbinden

Anschließend haben wir die Bretter mit der “guten”, astigen Oberfläche nach unten gelegt, alles begradigt und die kurzen Stücke im Abstand von 21 cm mit 25 mm langen Schrauben befestigt. Schalbretter sind für gewöhnlich 18 mm stark, weshalb ich eine Schraubenlänge von mind. 25 mm empfehlen würde. Da Fichte/Tanne sehr weiches Holz ist müssen die Schrauben auch nicht zwingend selbstschneidend sein.

Schritt 4) Tisch mit Kaffee inkl. Kaffeesatz einpinseln

Für uns kamen Lasuren und Lacke aus dem Baumarkt nicht in Frage. Via Pinterest haben wir in Erfahrung gebracht, dass Kaffee inkl. Kaffeesatz dem Holz einen wärmeren Ton verleiht. Den kalten Kaffee haben wir großzügig auf die Bretter aufgetragen und darauf geachtet, dass auch überall Kaffeesatz verteilt wird, damit farbliche Unterschiede entstehen und somit alles etwas natürlicher wirkt. Wir sind einmal drüber gegangen, wer es aber ein bisschen dunkler haben möchte, kann noch ein weiteres mal darüberpinseln. Sobald alles angetrocknet war haben wir die Kaffeesatzreste mit einem Handbesen abgekehrt.

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Schritt 5) Tisch beizen

Seid direkt zu Beginn schlauer als wir und zieht, bevor ihr das Glas öffnet, Gummihandschuhe an. Die Flecken sehen auf der Haut wirklich nicht gesund aus hehe… wichtig ist auch, dass der Boden großzügig mit Folie abgedeckt ist und Flecken, die daneben gehen, direkt mit einem feuchten Lappen weggewischt werden. Zum Beizen haben wir den selben Pinsel benutzt, wie den, mit dem wir den Kaffee aufgetragen haben. Wir haben die Flüssigkeit gleichmäßig und vor allem dünn auf den einzelnen Brettern verteilt – immer in Richtung der Holzmaserung – und nach 5 Minuten mit einem trockenen Lappen überschüssige Reste entfernt, damit keine unschönen Flecken entstehen. Wir haben den Tisch einmal gebeizt und anschließend etwa 6 Stunden durchtrocknen lassen. Wozu die Beize? Sie verleiht dem Holz einen gräulichen shabby/vintage Look! Lasst euch bitte nicht vom Essiggeruch abschrecken. Durchlüften hilft, der Geruch verzieht sich nach spätestens 2-3 Tagen!

Tipp: nehmt euch Verschnittstücke aus dem Baumarkt mit nach Hause um kleine Farbtests zu machen. Wir waren uns nicht sicher, wie unsere Beize auf das Holz wirken würde und wie stark es nachdunkelt. Daher haben wir ein Brett einmal mit Beize bestrichen und ein weiteres zweimal.

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Schritt 6) Tisch mit Öl einlassen

Damit die Oberfläche beständiger wird haben wir uns im Baumarkt farbloses Holzschutzöl zum Einlassen besorgt. Wir haben uns bewusst gegen Olivenöl entschieden, da dieses mit der Zeit ranzig wird und unschön riechen kann. Dass Olivenöl zum Holzschutz geeignet ist, ist also ein Irrtum. Bevor ihr den Tisch ölt bürstet nochmal kräftig über den Tisch um Kaffeesatzreste, Staub oder anderweitige Rückstände zu entfernen. Dazu eignet sich perfekt eine Handspülbürste, mit der man auch gut in die Zwischenräume kommt. Beim Auftragen haben wir ebenfalls darauf geachtet, dass das Öl dünn und gleichmäßig verteilt wurde. Auch hier gilt wie beim Beizen: überschüssiges Öl mit einem trocknen Lappen abwischen. Nach 8 Stunden haben wir die zweite Schicht aufgetragen.

Schritt 7) Hairpin legs anbringen

Die Hairpin legs, die wir im Übrigen über diesen eBay-Shop gekauft haben, haben wir auf den Verbindungsstücken mit den mitgelieferten Schrauben angebracht. Damit man den Tisch später leichter und vor allem kratzfrei bewegen kann, haben wir noch schwarze Filzgleiter aufgeklebt. Fertig!

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Und fertig ist der selbstgebaute Esstisch. Ich finde das DIY super easy und vor allem kostensparend, denn der Tisch hat uns in Summe unter 100€ gekostet. Einen optisch vergleichbaren Tisch mit ähnlichen Maßen hätten wir über das Internet nicht unter 200€ bestellen können – die Speditionskosten noch nicht mit einberechnet. Ihr wollt mehr Interior Inspiration? Hier geht es zu allen weiteren Interior-Beiträgen.

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